Um den Bau eines Hähnchenmastbetriebs zu verhindern, braucht es eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung, die sich klar und deutlich gegen Massentierhaltung ausspricht. Deshalb hat uns ein Leserbrief in der Neue Westfälischen am 19.12.2019 ganz besonders gefreut. Denn in diesem Text spricht Holger Grabbe aus dem Vorstand des bildungspolitischen Vereins „una terra“ der Bürgerinitiative Engeraner Land seine Unterstützung aus vollstem Hähnchenherzen aus. Können wir mehr wollen?

Was er schreibt, berührt uns sehr. Deshalb freuen wir uns, dass wir seinen Text auch hier veröffentlichen dürfen.

Leserbrief von Holger Grabbe

Jedem sein „poule au pot“. Das war ein Versprechen Ludwigs des XIV, der auch seinen ärmeren Untertanen einen Hahn im Topfe ermöglichen wollte – er hatte wohl wöchentlich gedacht… Vor einer Revolution hat es ihn auch nicht geschützt.

Nun scheint die Nachfrage vor allem nach Hähnchenbrust heute so gestiegen zu sein, dass sich Mastanlagen für 80.000 Hühner auch als Zukunftsinvestition noch zu lohnen scheinen. Anders ist ein solches Anliegen eines Engeraner Landwirts – wie aus der Presse ersichtlich – wohl nicht zu verstehen. Er ist sicher pfiffig genug, eventuelle rechtliche Bedenken aushebeln zu können und die Engeraner Agrarindustrie um ein zukunftsträchtiges Beispiel zu erweitern.

Denn so scheint Agrarindustrie als Tierproduktion für billige Fleischerzeugung auch für die Zukunft immer noch auszusehen: Instrumentalisierung des (tierischen) Lebens mit all seinen unwürdigen und problematischen Nebenerscheinungen, die jedem, auch dem Landwirt, bekannt sind (Antibiotikabelastung, Boden- und Wasserbelastung durch Exkremente, Zerstörung außereuropäischer Erzeugermärkte durch dortige Restentsorgung usw.).

Dass dies immer noch rechtlich gedeckt ist, ist politisch unglaublich und empörend. Dass hier nur moralische Appelle an Nachhaltigkeit und Zukunftsverantwortung übrig bleiben, ist erschreckend und deprimierend.

Vor über 40 Jahren haben wir in Enger den bildungspolitischen Verein „una terra“ gegründet, um in Projekten und Aktionen für eine lebbare Welt einzutreten und verantwortungslose Macher, egoistische Konsumenten und lahmarschige Politik nicht in Ruhe gewähren zu lassen. Ich, als Vorstandsmitglied dieses Vereins und ehemaliger Hochschullehrer an der Uni Bielefeld, der schon vor 20 bis 30 Jahren Projekte zum Huhn und seiner Zukunft durchgeführt hat, unterstütze die Bürgerinitiative Engeraner Land aus vollstem Hähnchenherzen.

 

Danke an Holger Grabbe für diese Zeilen und für diese besondere Unterstützung.

Möchtest du uns auch unterstützen?

Dann schreib uns gern eine E-Mail. Und unterstütze uns jetzt sofort, indem du die OpenPetition gegen die Massentierhaltung in Enger und anderswo unterzeichnest: https://www.bi-engeranerland.de/petition

 


(Foto von pixabay)

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